Review: Simple Programmer Blogging Course


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Ich habe, als ich das Projekt “Blog” wieder ernster nahm, immer mal wieder mit dem How to Create a Blog that boosts your Career – Course von John Sonmez/SimpleProgrammer.com geliebäugelt. Im Vorhinein hatte ich bereits das Buch The Complete Software Developer’s Career Guide von John Sonmez gelesen und war begeistert von seiner Denkweise und den sehr praxisnahen Ratschlägen. Also habe ich den kostenlosen Kurs einmal ausprobiert.

Der Kurs ist kostenlos und auf eine sehr simple Weise gestaltet: Man bekommt jede Lektion per Mail, zu der es dann Aufgaben gibt, die per Reply-Mail gelöst werden. Man bekommt kurz personalisiertes Feedback zur Lösung per Mail und die nächste Lektion wird freigeschaltet. Dieser Blogpost ist Teil der Lektion 5 – doch beginnen wir von vorn..

Lektion 0 – Warum überhaupt?

Warum sollte ein Blog überhaupt dazu beitragen, die eigene Karriere nach vorn zu bringen?

Die Antwort ist, dass Personaler, Kollegen und Recruiter in unserer Branche natürlich sehr Internet-affin sind und sich immer gerne umhören, wer welche Aktivitäten ausübt.
Nehmen wir nun an, dass sich zwei Developer bei der gleichen Firma beworben haben, und ungefähr gleich bewertet wurden. Der einzige qualitative Unterschied ist, dass der eine einen Blog führt und eine kleine Community aufgebaut hat – der Andere nicht.
An dem Beispiel wird klar, welchen Einfluss nur dieser Fakt haben kann. Ein Blog kann aussagen, wie kommunikativ, engagiert und vernetzt jemand ist. Aber auch um herauszufinden, wie logisch und rational jemand denkt, kann man an Posts wie: MVC oder einer Code Challenge gut erkennen. Doch nicht nur das, sondern auch philosophischere Themen wie Digitalisierung oder Gedankengänge geben ganz unaufdringlich Raum sich selbst zu erklären.

Die Lektionen

John erklärt (getreu seinem Prinzip Spezialisierung) in Lektion 1 wie wichtig es ist ein Thema für seinen Blog zu finden und auszuwählen. Das Hauptargument dafür ist, dass ein Spezialist gegenüber einem Generalisten einfach einen Vorteil im Know-How hat. Das Wissen wird tiefer und die Geschwindigkeit im Lösen von Aufgaben steigt exponentiell.

Als Homework wählt man ein Thema für den Blog und erklärt kurz den Gedankengang dahinter. Anschließend sendet man diese Idee an die gegebene reply-Mail-Adresse. Das Feedback zu meiner Idee war auf jeden Fall individualisiert und ausführlich genug.

In Lektion 2 geht John auf die technischen Details der Blog-Software (WordPress) und dem Hoster ein und versucht neben dem Blogging Workbook auch hier einen Hosting Vertrag zu verkaufen (UpSell). Ich persönlich empfinde das als mit die beste Lektion des Kurses – zu sehen wie geschickt der Kurs an sich mit Automatisierung, geringem technischen Aufwand und Rückfeebdack aufgebaut wurde ist beeindruckend. Und natürlich habe ich als überzeugter Kapitalist gegen Werbung in einem kostenlosen Kurs absolut nichts. Um die Lektion abzuschließen sendet man einen Link zum Live-gegangenen Blog.

In Lektion 3 brainstormt man 50 – ja fünfzig – Blog-Post-Ideen und wählt die besten 3 davon aus, die man dann auch als nächstes umsetzt. John gibt noch einige Anstöße und Inspirationen, welche Typen von Blog-Posts es gibt. Diese Liste sendet man dann an John. Fällt man auf 10 Blog-Post-Ideen, wiederholt man das Verfahren.

In Lektion 4 geht es um das Kern-Erfolgs-Thema jedes Blogs: Konsistenz. Man committet sich zu einem wöchentlichen Blog-Posting-Plan (bspw.: 1-Post pro Woche) und schreibt diesen an die Reply-Adresse. Einer der wichtigsten Tipps hier ist: “Just Ship”: der Blog-Post wird nie perfekt sein, gerade nicht am Anfang. Und ich bin mir sicher, dass auch mein gesamter Blog voller Fehler ist. Doch der größte Fehler ist nichts mehr zu veröffentlichen, das ist einfach nur eine Mischung aus peinlich und traurig.

Ich könnte diesem Prinzip nicht mehr zustimmen und es nicht häufig-genug wiederholen. Konsistenz ist der Schlüssel zum Erfolg: in Beziehungen, beim Sport, in der Karriere. Obwohl jeder Liegestütz zählt ist Erfolg ein Produkt aus kleinen Erfolgreichen Tagen (Lead The Field). Das “große”, einmalige, überraschende Erfolgserlebnis ist eine Illusion der Facebook-Generation: denn jedem großartigen Moment kommen eintausend ordinäre zuvor.

Lektion 5 – Wert stiften

Lektion 5 beinhaltet Grundsätze über organisches SEO und das Prinzip von Wertstiftung (welches Google belohnt). Diese Lektion ist nach der Lektüre einiger SEO-Bücher mit teils verrückten Strategien eine Wohltat. Im Internet kommt derjenige zu Bekanntheit der Content produziert, der dann viel geteilt wird. Möchte man nicht in eine Richtung wie 9gag gehen und auch keine Katzenvideos produzieren gibt es keine andere Möglichkeit als guten, wertstiftenden Content zu veröffentlichen. Allgemein sollte jeder Marktteilnehmer immer motiviert sein eine Win-Win-Situation zu erschaffen. John bietet dieses Prinzip ganz pragmatisch an: Homework in Lektion 5 ist es einen einen Post über seinen kostenlosen Blogging-Kurs zu erstellen und einen Kommentar auf seiner Seite zu erstellen. Mein Gewinn ist, dass ich von seiner großen Community profitiere und natürlich der Kurs an sich. Sein Gewinn ist es, dass sein Kurs bekannter wird und seine Seite positiver gerankt wird (aufgrund der Kommentar-Aktivität).

Dieses Prinzip zeigt wie John denkt: Immer Wert zu geben, aber auch zu nehmen und gleichzeitig mehrere Dinge miteinander zu verbinden. Das ist auch ein großes Thema in seinem Buch: Software-Developers Career Guide. Leider ist es in unserer Kultur verbreitet, dass man missgünstig wird, sobald man einem anderen Wert geben soll – man fühlt sich manipuliert und ausgenutzt. Das ist besonders in deutscher Kultur verbreitet und dieses “Konkurrenzdenken” äußerst dumm.

Fazit

Ich mochte den Kurs sehr und habe vor allem vom Ablauf viel gelernt. Die Automatisierung und das Rückfeedback erhöht die Qualität und mindert die Kosten – eine Inspiration Ähnliches zu tun 😉
Die besprochenen Prinzipien: Konsistenz und Wertstiftung sind allgemein essentiell und gerade im Aufbau einer Online Marke enorm entscheident.
Der Kurs war angenehm kurz und klar, was auch angemessen ist, denn Blogging ist keine Raketenwissenschaft. Die Grundprinzipien sind sehr einleuchtend und SimpleProgrammer.com ein Beispiel, dass John ein gutes Verständnis davon hat wie der Aufbau einer Community läuft.

Ich würde den Kurs uneingeschränkt weiterempfehlen.

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