Digitalisierung: Eine Motivation. 1


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In wenigen Jahren werden wir die Arbeit mit Papier vollständig verbannt haben, Arbeiter in einem Werk werden Maschinen, wenn überhaupt, nur noch beaufsichtigen und Fernfahrer werden von autonomen Fahrzeugen ersetzt.

Digital Illiteracy

Ich unterhalte mich sehr gern mit meinen Mitmenschen darüber, was diese so studieren und/oder beruflich tun. Dabei beobachte ich immer wieder, dass viele Menschen heutzutage – auch aus meiner

Generation – den Satz: „Mit Computern kann ich nicht umgehen.“ aussprechen. Und wenn man sie dann einen bedienen sieht, weiß man, dass der Satz keine falsche Bescheidenheit war. Das schockiert mich.

Von jung bis alt, in jeder Branche und in jedem Studiengang habe ich diesen oder Ähnliche Sätze schon gehört. Eine Sorglosigkeit, die sich aus meiner Sicht niemand mehr leisten kann, der nicht beruflich vollständig untergehen möchte. Eine Inkompetenz im Umgang mit Computern, Programmierschnittstellen und Grundkenntnissen über das Internet ist für mich vergleichbar mit der Unfähigkeit zu lesen und zu schreiben.

Wie komme ich zu diesen Behauptungen – ist das Arroganz oder die Überhöhung meiner eigenen Bedeutung als Programmierer?

Digitalisierung aus der Sicht eines Digitalisierers

Nun, ich werde in meinem Berufsalltag momentan genau dazu eingesetzt Altsysteme, die noch analog oder teilweise analog verliefen zu digitalisieren. Vom internen Zahlungsverkehr und Finanzbuchhaltung über Controlling bis zu Prozessen die ganz „real“ und analog von Mensch zu Mensch im Büro abliefen, ersetze ich heute schon diese Prozesse durch Algorithmen und Programme. Also durch automatisierte Prozesse die durch klugen Code und große Rechensysteme skalierbar werden. Das heißt sie können ohne große Kosten wachsen. Stark wachsen.

Die User dieser Programme sind in den meisten Fällen dann Menschen, die eher weniger von Software-Entwicklung, dafür viel von ihrem Fachbereich verstehen. Ich muss mich als Frontend-Entwickler also gut in diese Menschen einfühlen und -denken können. Ich bestimme mit meinem Team gemeinsam ihren beruflichen Alltag, da diese Menschen tagtäglich meine Software nutzen müssen – und damit habe ich Macht über diese Menschen. Eine Verantwortung die ich sehr ernst nehme.

Folgen

Doch damit nicht genug – diese altbewährten Berufe und Prozesse, die diese Personen (meistens Sachbearbeiter) früher analog erledigt haben, werden nicht nur 1 zu 1 übersetzt, sondern es werden gänzlich neue Möglichkeiten geschaffen. Ein Beispiel: In einer größeren Rechnung sind mehrere Mitarbeiter involviert, die jeweils ähnliche Aktionen ausführen müssen (validieren, Daten erfassen, freigeben). Dabei wird aber ein Dokument nicht nur als digitales Stück Papier verstanden, sondern auch möglich das Dokument parallel verarbeiten zu lassen und potentiell unendlich Kopien zur Durchsicht freizugeben. Das allein öffnet Tür und Tor für Outsourcing.
Vielleicht können aber auch durch kluge Prozesse bereits Arbeitsschritte abgenommen werden, Eingaben vorbelegt und Entscheidungen vorgeschlagen werden. Dinge, die früher mehrere Sachbearbeiter erledigt haben können so von nur einem erledigt werden. Dieser agiert jetzt nur noch als Prüfer eines Ergebnis von Software-Arbeit und setzt seine Bestätigung dahinter, die anderen neun Sachbearbeiter, die sich der Digitalisierung verweigerten, sind nun von Arbeitslosigkeit bedroht.

Vorstellen kann man sich den Prozess der schrittweisen Automatisierung, als eine Art Pyramide bei der erst die „ganz einfachen“ repetitiven Aufgaben automatisiert werden. Dann werden Aufgaben der Mitarbeiter vorbearbeitet oder zusammengefasst und später gänzlich abgenommen. In Zukunft sind aber auch kreative und strategische Aufgaben, wie strategisches Management oder Marketing von Automation betroffen.

Und Gesellschaftlich?

Doch der berufliche Bereich ist nur Nebensache: Wenn immer weniger Menschen Algorithmen, die Sprache der Maschinen oder allgemein die Funktionsweise der Dienste verstehen, die sie täglich benutzen, geben sie still und leise all ihre Macht ab. Wer nicht wenigstens eine Ahnung davon hat, warum ihm welche Route vorgeschlagen, welches Buch angeboten, welche Frau empfohlen und welche Landing Pages angezeigt wird, hat uns Software-Entwicklern alle Macht über seine Entscheidungen abgegeben.
Stell dir nur einmal vor, was es bedeutet wenn du einen Tag lang Gott/Google spielen könntest und dein Unternehmen mit diversen positiven Adjektiven und das deiner Konkurrenten mit negativen verlinken könntest..

Wächst also die Nutzung von Algorithmen und der Digitale Analphabetismus gleichermaßen, konzentriert sich die Macht über unsere Zukunft in wenige Hände. In unsere (programmierenden) Hände.

Die Digitalisierung ist unaufhaltbar – das steht fest. Doch das ist kein Weltuntergangsszenario! Die Digitalisierung bietet riesige Chancen für uns als Menschheit, aber auch Gefahren. Wir brauchen jetzt mündige Menschen, die sie mit uns gestalten – umso mehr, umso besser. Lass Du Dir diese Chance nicht entgehen und erkenne durch Bildung neue Wege. Hier ist sicher ein guter Startpunkt.

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