Buch Review: The New Psychocybernetics 1


Verbreitet die Message!

Bei dem Buch „The New Psychocybernetics“ handelt es sich um eine Neuauflage des Buches „Psychocybernetics“. Ich habe über Audible gehört und kenne das „Original“ nicht.

Das Buch ist ein klassisches Selbsthilfe-Buch. Es versucht also dem Leser das passende Mindset und Techniken an die Hand zu geben, damit dieser sein Leben erfolgreich gestalten kann.

Das Buch beschränkt sich nicht auf einzelne Themen, sondern gibt allgemeine Empfehlungen zur Findung des eigenen persönlichen Erfolgs. Eines der Hauptaspekte von Psychocybernetics ist der vom Wort Kybernetik stammende Steuerungs-Aspekt.

Willenskraft gegen das Selbstbild

Willenskraft ist nicht die Antwort. So könnte man den Ausgangspunkt für Psychocybernetics beschreiben. Es wird dargelegt, dass nur der rationale Teil unseres Verstandes auf die Sprache der Verbote und der Willenskraft reagiere. Hingegen sei der emotionale Teil für diese Sprache und Befehle nicht empfänglich, sondern reagiert auf Bilder und andere Sinneswahrnehmungen.

Psychocybernetics geht hierbei also davon aus, dass für die Steuerung (Kybernetik) zum gewählten Ziel die bewusste Umprogrammierung des Selbstbildes nötig ist. Dabei sei es für den Verstand ununterscheidbar, ob Wahrnehmungen real empfunden werden oder nur vorgetäuscht seien.

Daraus erklärt sich, dass die Autoren regelmäßige Visualisierungsübungen zur nachhaltigen Reprogrammierung des inneren Selbstbildes empfehlen. Psychocybernetics geht dabei von einer großen Freiheit in der Wahl des Selbstbildes aus, gesteht aber auch reale Limitierungen zu.

Gleichzeitig würde die klassische Herangehensweise aus der Überzeugung bestehen, man müsse nur mehr Arbeiten, mehr Disziplin und Willenskraft aufwenden, um erfolgreich zu sein. Dieses Konzept des „No Pain No Gain“ sei ein Rezept zur Frustration und zum Unglücklichsein. Diese Haltung wird abgelehnt.

Ich kann bei diesem Konzept zu einem Großteil mitgehen, sehe jedoch die Willenskraft hier als unterbewertet an. Schließlich ist es oft Willenskraft, die genug Momentum aufbaut, sodass es möglich wird, Tätigkeiten im Flow zu genießen. Beispielsweise ist es aus meiner Sicht beim Sport sinnvoll, sein Selbstbild hin zu „Ich bin ein Sportler“ umzuprogrammieren. Dennoch ist es aus meiner Sicht wichtig sich nicht nur auf das Innere zu verlassen, sondern sich auch mit genügend Willenskraft zum Handeln zu überwinden, positive Referenzerfahrungen zu sammeln und damit das neue innere Selbstbild mit realen Erfahrungen zu füttern. Beispielsweise habe ich diese Strategie zu Beginn meines Ausdauersportes verwendet. Zu Beginn habe ich jeweils nur eine bestimmte Strecke bewältigt und von jeweils diesem Punkt am nächsten Tag weiter aufgebaut. Ich konnte mich dabei jedes Mal darauf verlassen, dass ich die Strecke bis zum Endpunkt der letzten Trainingseinheit erreichen werde. Damit habe ich mein bereits aufgebautes Selbstbild verwendet.
Um dann die letzten 500 Meter zu laufen, habe ich Willenskraft und Sätze wie: „Willst du jetzt wirklich aufgeben?“ verwendet.
Beide Herangehensweisen können also in Synergie gebracht werden. Das Fordernde, das Dunkle, das maskulin-väterliche in Form der Willenskraft, aber auch das Stützende, Helle, das feminin-mütterliche in Form des positiven Selbstbildes.

Erfolgsmechanismen und Misserfolgsmechanismen

Das Buch führt weiter aus, wie das Unterbewusstsein versucht zum Ziel, zum gewünschten Selbstbild hinzusteuern (Success-Mechanism), während die Misserfolgsmechanismen versuchen, bei einem negativen Selbstbild für den entsprechenden Misserfolg zu sorgen. Um dieses negative Selbstbild zu verändern, müsse man bereit sein durch Vergeben, Selbstakzeptanz und Präsenz im Jetzt dieses loszulassen. Die Autoren empfehlen hier ebenfalls Entspannungstechniken einzusetzen.

Da diese Prozesse unterbewusst geschehen, müsse man diesem „automatischem“ Prozess vertrauen (Trust The Process) und ihn nicht versuchen direkt zu beeinflussen. Stattdessen sei es sinnvoll immer wieder das Ziel und damit das Selbst-Bild zu evaluieren, anzupassen und greifbar zu machen. Dafür dienen die bereits erwähnten Visualisierungen.

Ich sehe in diesen Konzepten des Buches deutliche Übereinstimmungen mit meinen Beobachtungen menschlichen Verhaltens. Man könnte meinen der menschliche Verstand sei hauptsächliche damit beschäftigt das eigene Selbstbild zu jedem Preis zu verteidigen. So suchen sich misshandelte Frauen immer die gleichen misshandelnden Männer und arme Menschen sind nach einer großzügigen Finanzspritze bald wieder arm.
Deshalb ist es gerade für handlungsbereite und rationale Menschen wichtig, das übergeordnete Selbstbild zu verändern, anstatt zu versuchen mit Willenskraft gegen dieses anzukämpfen. Es ist dennoch wichtig, sich im Programmieren nicht zu verlieren. Damit das Unterbewusstsein etwas steuern kann, muss es auch auf der Handlungsebene genug Erfahrungen zum steuern geben. Massive Action!

Kraft schöpfen mit Lebensglück

Die Autoren gehen hier noch einmal auf das Themengebiet des Lebensglücks ein. Sie legen dar, dass Glück trainierbar sei. Dabei steht das Acronym SUCCESS für Kernprinzipien des Glücks:

  • Sense Of Direction | Gespür für den Weg: Die Definition subjektiv empfundener wichtiger Ziele, sowie die wahrgenomme Progression zu diesen Ziele hin.
  • Understanding |Rationalität: Damit ist das rationale Verständnis für eigene Fehler sowie die Entkopplung dieser Reflektion von dem eigenen Selbstwert gemeint.
  • Courage | Mut: Meint hier den Mut für die eigenen Ziele einzustehen und nach diesen zu handeln, auch wenn es schwer ist.
  • Charity | Wohltätigkeit: Wir sind soziale Wesen. Uns Sozial zu verhalten ist nicht teuer und führt zu innerer Zufriedenheit sowie positiven Außeneffekten
  • Esteem | Selbstwertgefühl: Heißt sich selbst und andere zu lieben.
  • Self-Confidence | Selbstsicherheit: Heißt auf sich selbst zu vertrauen.
  • Self-Acceptance: Heißt sich seine Fehler in der Vergangenheit zu vergeben sowie die momentanen Schwächen im Jetzt zu akzeptieren.

 

Diese Konzepte sind so offensichtliche Konzepte, die sich in nahezu jedem Buch finden lassen, dass sie zu befolgen zum gesunden Menschenverstand gehört. Hier ist Bewusstheit und Charakter gefordert, um auf diese Dinge im alltäglichen Leben zu achten. Massive Action!

Fazit

Das Buch hat seine Grundlage bereits im Jahr 1960 und zeigt die Kernkonzepte moderner Selbsthilfe-Literatur auf. Das Konzept der inneren Bildsprache (Visualisierung) und die Betonung der Veränderung des inneren Selbstbildes sind Konzepte, die so ganz klar in NLP und anderen Quellen immer wieder auftreten. Hier wird das Prinzip Innen nach Außen (Selbsthilfe führt zu Erfolg) sowie Außen nach Innen (Fake it till you make it) deutlich. Die Steuerung des Unterbewusstseins sowie das Vertrauen auf diesen Prozess ist lediglich eine logische Schlussfolgerung dieses Konzepts. Dass die Psyche durch ein positives Lebensgefühl bestimmt sein sollte ist nicht revolutionär, jedoch Ausdrucks des individualistischen Anspruchs unserer Zeit.

Insgesamt kann ich Psychocybernetics nur empfehlen. Ein Buch, dass durch seine Unaufgeregtheit und Rationalität überzeugt.

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